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Die Technik der Wenden

Beitrag von Sabine K.
Dolphins Depesche, Juni 2001

Die Grundregel in den Wettkampfbestimmungen § 109 Satz 2 lautet:

"Beim Wechsel der Schwimmart im Lagenschwimmen ist nach den Bestimmungen der Schwimmart, die beendet wird, anzuschlagen und nach den Bestimmungen der Schwimmart, die begonnen wird, abzustoßen".

1. Wende Delphin/Delphin:

Anschlagen in Brustlage mit beiden Händen gleichzeitig. Abstoßen in Brustlage (maximal 90° Seitenlage erlaubt), maximal 15m Tauchen mit Delphinbeinschlag allein erlaubt (aber für uns nicht zu empfehlen).

2. Wende Delphin/Rücken:

Anschlagen in Brustlage mit beiden Händen gleichzeitig. Abstoßen in Rückenlage.

3. Wende Rücken/Rücken:

Anschlag mit einem beliebigen Körperteil, abstoßen in Rückenlage. Hier bietet sich die so-genannte Rollwende an: Dabei wird der Körper zur Einleitung der Wende aus der Rücken- in die Bauchlage gedreht. Dann sind "nur zur Einleitung der Wende" ein Einzel- oder simultaner Doppelarmzug sowie Beinschläge erlaubt. (Es ist aber nicht erlaubt, sich nach dem Drehgen in die Bauchlage noch mit mehreren Beinschlägen oder Armzügen auf die Wand und die Wende zuzubewegen). Aus der Bauchlage wird eine Rollwende vorwärts ausgeführt, so dass Rumpf und Beine sich sofort in der richtigen Position zum Abstoß befinden. Ein wichtiger Trick bei Saltowenden: fortwährend einen leichten Luftstrahl durch die Nase ausatmen, damit kein Wasser in die Nase aufsteigt (das kribbelt sonst eklig). Wer die Saltowende nicht kann, macht die "Sicherheitswende": in Rückenlage mit einer Hand anschlagen, Körper klein machen und drehen, abstoßen.

4. Wende Rücken/Brust:

Die früher gebräuchliche Überschlagwende sieht man kaum noch. Die "Sicherheitswende" hat dagegen den Vorteil, dass man/frau einmal ordentlich Luft holen kann, was spätestens jetzt dringend nötig sein wird. Also: in Rückenlage anschlagen, klein machen, drehen, in Brustlage abstoßen. Ein Tauchzug (=Armzug bis zu den Oberschenkeln) + ein Beinschlag vor dem Auftauchen erlaubt und empfohlen. Keine Saltowende, kein Umdrehen in die Bauchlage vor der Wende (s. § 109 (2)).

5. Wende Brust/Brust:

Anschlagen mit beiden Händen gleichzeitig, drehen, abstoßen in Brustlage, Tauchzug. Ein Teil des Kopfes muss über Wasser sein, "bevor sich die Hände am weitesten Öffnungspunkt der Arme im zweiten Armzug nach innen drehen".

6. Wende Brust/Kraul:

Anschlagen mit beiden Händen gleichzeitig in Brustlage, drehen, irgendwie aber schnell und zielgerichtet abstoßen, Brust oder Seitenlage möglich, aber sinnvoller Weise mit glattem Übergang ins Kraulen.

7. Wende Kraul/Kraul:

Einzige Regel - die Wand muss mit einem beliebigen Körperteil berührt werden. D.h. einfache Handwende ist möglich, kostet aber je 1 - 2 Sekunden im Vergleich zu einer mittelguten Saltowende. Die Saltowende wurde inzwischen im Training geübt. Der Trick liegt im schnellen Anschwimmen, einer kombinierten 180° Drehung um die Körperquerachse und die Körperlängsachse (so eine Art koordinierter schiefer 1/2-Purzelbaum), und wenn dann die Füße die Wand getroffen haben, ist auch das Abstoßen in die richtige Schwimmrichtung kein Problem mehr.

Und nun braucht ihr nur noch üben, üben, üben... Ein Tipp zum Schluss: In vielen Bädern habt ihr nicht diese netten Überlaufrinnen und Griffe zum Ranziehen, sondern glatte "Wende-Wände", also übt auch im Training immer wieder mit der nackten Wand bzw. dem "Wende-Blech".

Viel Spaß - Sabine K.
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