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Kraulschwimmen

Beitrag von Sabine
Dolphins Depesche, Januar 1998

Da geht's auch schon los mit den Besonderheiten: eigentlich ist das Kraulschwimmen gar keine Wettkampfdisziplin, denn offiziell nennen sich die Rennen, in denen gekrault wird "Freistil"-Rennen. Genau genommen kann in einem solchen Rennen jede/r schwimmen, wie sie/er will (freier Stil eben), aber da das "Kraulen" für den Schwimmer die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit im Wasser darstellt, ist nur selten eine andere Technik zu sehen.

Wieso kommt man/frau eigentlich beim Kraulschwimmen so schnell vorwärts? Einfach ausgedrückt, weil durch den wechselseitigen Armzug ein ständiger Antrieb mit optimalen Krafteinsatz möglich ist und weil die schmale Körperfront in der Kraullage dem Wasser wenig Widerstandsfläche bietet. Hierbei gilt: Je "flacher" der Körper im Wasser liegt, desto geringer wird die Angriffsfläche. Daher soll der Kopf beim Kraulen nicht in den Nacken genommen (denn dadurch sinkt die Hüfte automatisch ab), sondern das Gesicht ins Wasser gelegt werden, mit Blick nach vorne-unten.

Den größten Teil am Vortrieb tragen beim Kraulschwimmen die Arme bei. Es ist darauf zu achten, dass ein möglichst "langer Armzug" eingesetzt wird, d.h. die Hände sollen weit vor den Schultern ins Wasser eintauchen, in einer leicht S-förmigen Kurve unter dem Körper durchgezogen werden und in Höhe der Oberschenkel das Wasser wieder verlassen. Auf diese Weise entsteht ein langer Antriebsweg, der die Möglichkeiten der Hände und Arme, sich "am Wasser nach vorne zu ziehen" bzw. sich "vom Wasser abzudrücken" gut ausnutzt.

Die wechselseitige Auf- und Abbewegung der Beine hat nur auf den Wettkampfdistanzen eine wesentliche Bedeutung für die Geschwindigkeit. Auf den längeren Strecken und im Freizeitbereich dient die Beinbewegung in erster Linie zur Stabilisierung der Körperlage. Im Klartext: ein "Hin- und Herrollen" des Körpers soll vermieden werden. Die größten Geschwindigkeiten für den "Kraulanfänger" bringt die Atmung mit sich. Hierbei ist darauf zu achten, dass nur der Kopf zur Seite gedreht wird, um den Mund über die Wasseroberfläche zu bringen.

Ein zu starkes Mitdrehen des gesamten Oberkörpers wirkt sich nachteilig auf die günstige Lage im Wasser, auf den ganzen Bewegungsablauf und damit auf die Geschwindigkeit aus. Ausgeatmet wird übrigens bei allen Schwimmlagen ins Wasser hinein (außer beim Rückenschwimmen natürlich), damit während der kurzen Phase, in der sich der Mund oberhalb der Wasseroberfläche befindet, genügend Zeit bleibt, um viel Luft einzuatmen. Außerdem soll ein regelmäßiger Atemrhythmus angestrebt werden, ein langes Luftanhalten unter Wasser ist nicht wünschenswert.

Da, wie ja schon erwähnt, das Kraulschwimmen im Wettkampf unter der Bezeichnung "Freistil" läuft, sind erfreulich wenig Wettkampfregeln zu beachten. Der Bewegungsablauf unterliegt überhaupt keiner Einschränkung. Am Ziel des Rennens reicht es aus, mit nur einer Hand am Beckenrand anzuschlagen. Bei der Wende während des Rennens ist nicht einmal dies notwendig. Hier langt auch das Berühren der Wand mit den Füßen beim Abstoß nach der so-genannten "Rollwende".

Wem all diese Ausführungen nun zu kompliziert erscheinen, der lasse sich nicht entmutigen - man/frau kann ja schließlich auch noch auf andere Arten kraulen...

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