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EuroGames Budapest 2012

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EuroGames Budapest 2012

Die EuroGames 2012 in Budapest standen zu Beginn unter keinem guten Stern! Der Oberbürgermeister der Donaumetropole sprach sich öffentlich gegen die Austragung der Spiele aus. Er distanzierte sich in einem offenen Brief gegen die “gleichfühlende Lebensweise“ und werde die Veranstaltung nicht unterstützen. Die Organisatoren der EuroGames standen somit vor großen Problemen, denn die Sicherheit der Sportler war nicht mehr gewährleistet. Anhänger der rechtsradikalen Gesinnung veröffentlichten im Vorfeld der Spiele Fotos von Organisatoren im Internet mit dem Aufruf, die Situation eskalieren zu lassen und gegen die „homosexuelle Lebensweise“ zu kämpfen. Gerüchten zur Folge sollten die EuroGames abgesagt werden, um niemanden in Gefahr zu bringen. Doch die Spiele wurden gesichert, denn der Außenminister von Dänemark kündigte sich an. Unser Glück, denn jetzt musste von offizieller Seite die Sicherheit gewährleistet werden.

Nach anfänglichen Bedenken machten sich fünf Dolphins auf den Weg nach Budapest, um die dortigen Veranstalter zu unterstützen, Flagge zu zeigen und um an den Schwimmwettkämpfen teilzunehmen. Emanuele und Stefan verbrachten gleich ein paar Urlaubstage mehr vor Ort. Sabine und ich kamen später dazu. Untergebracht in einer wunderschönen Altbauwohnung im Zentrum der Stadt lernten wir viel über Land und Leute. Sightseeing und Nachtleben standen natürlich auch auf dem Programm. Da hat uns die Stadt einiges bieten können… Die architektonischen Bauwerke vergangener Epochen lassen die Stadt erhaben und einfach schön wirken. An jeder einzelnen Häuserfront konnte Stefan ein weiteres Design-Highlight entdecken und uns baugeschichtliches Wissen näher bringen. In beinahe jedem Winkel verstecken sich Details, die dieser Stadt sehr viel Persönlichkeit verleihen. Gepaart mit der enormen Gastfreundschaft unserer ungarischen Kollegen ein Ort mit höchstem Wohl-Fühl-Faktor! Das Nacht- und Szeneleben überzeugte uns ebenfalls. Leckeres Bier und gepflegte Atmosphäre in den Bars ließen die Abende sehr kurz erscheinen. Kurzum: Wir hatten viel Spaß und ja, ich vertrage mehr als ein Bier:-)!

Am Donnerstag vor dem Wettkampf stand etwas ganz besonderes auf unserer Agenda: Der Empfang beim Deutschen Botschafter. Bei Champagner, Bier und Schnittchen erfreute sich der Botschafter der Gesellschaft der Vereine. Wir haben für die Dauer von mehr als zwei Stunden ein wenig mehr Farbe in den Alltag des Herrn Botschafter gebracht. In persönlichen Gesprächen konnten wir viel über die sportlichen Aktivitäten des Botschafters aus frühen Tagen erfahren und hatten wirklich das Gefühl, dass wir willkommen sind. Ganz bis zum Ende des Empfanges konnten wir jedoch nicht bleiben, denn an dem Tag hatten Emanuele, Stefan und ich noch einen durchaus wichtigeren Empfang zu organisieren: Chefin Sabine saß im Flieger zu uns. Der Herr Botschafter hatte natürlich Verständnis für unser Aufbrechen und wünschte uns viel Erfolg. Leider ließ er uns keine Flaschen Champagner mitnehmen und somit mussten wir den Empfang von Sabine etwas kleiner ausfallen lassen. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir nun vollzählig waren.

Der aufmerksame Leser wird nun festgestellt haben, dass ich zu Beginn von fünf Dolphins geschrieben habe, bisher aber nur vier erwähnt habe. Am ersten Wettkampftag trafen wir auf Horst. Sofort ergriffen wir die Möglichkeit, und meldeten zwei Staffeln nach. Somit traten wir über 4x50m Lagen und 4x50m Brust an. In der Lagen-Staffel konnten wir uns im Mittelfeld behaupten und belegten den siebenten Platz. „Time for gold“ hieß es dann in der Brust-Staffel und wir setzen uns an die Spitze. Dem Horst sei Dank, dass er vor Ort war, denn sonst hätten wir keine Staffel zusammenbekommen und hätten kein Edelmetall mit nach Hause bringen können. Halt einfach ein unschlagbares Team. Die Siegerehrung ließ uns ein wenig enttäuschen, denn ausgerechnet, als wir Dolphins auf dem Treppchen standen, waren die Medallien ausgegangen! Dennoch freuten wir uns sehr und waren stolz. Die Siegerehrung wurde am Abend bei der Party nachgeholt. So hielten wir dann doch endlich das goldene Metall in der Hand, wofür wir kurzzeitig den goldenen Gerstensaft zur Seite stellten.

Auch in den einzelnen Disziplinen konnten die Dolphins sich behaupten: Jeder brachte mindestens eine Medallie an den Rhein, obwohl die äußeren Umstände nicht alle perfekt waren. Die Außentemperaturen waren jenseits der 35°C, Schatten war Mangelware und eine 50m Bahn war für uns sehr ungewohnt. Somit fühlten sich die 200m-Strecken schnell wie 400m an. Aber auch unsere Konkurrenten aus dem europäischen Umland ließen uns teilweise erblassen, wenn die mit ihren durchtrainierten perfekten Körpern durchs Wasser schossen und uns zeigten, wie elegant Schwimmsport sein kann (besonders Teilnehmer aus Paris wussten um ihre Außendarstellung und sorgten für erhitze Gemüter:-)). Wir konnten aber auch feststellen, dass wir allesamt sehr gut vorbereitet waren, und dass sich das ein oder andere harte Training der Vergangenheit ausgezahlt hat. An dieser Stelle vielen lieben Dank an unseren Coach und den guten Trainingsplänen. Die Meldezeiten konnten im Großen und Ganzen gehalten werden, Bestzeiten sind ebenfalls geschwommen worden. Wir können halt was.

Am Ende des Wettkampfes konnten wir einem ganz besonderem Highlight beiwohnen: die Synchron-Schwimmer zeigten uns, dass man im Wasser nicht nur Kacheln zählen kann, sondern durch perfekt einstudierte Choreographien die zuschauenden Meute in Ektase versetzen kann. Mit toller Musik unterstrichen auch hier wieder die Schwimmer aus Paris ihre Perfektion. An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Fotografen bedanken: Paris Aquatique`s Schmankerl wurden durch Sabine und Stefan detailreich festgehalten :-).

Nach einem tollen und erfolgreichen Wettkampf, einer kontaktfreudigen Abschiedsparty und wunderschönen Tagen in Budapest hieß es dann am Sonntag zum ersten Mal Abschied nehmen. Als erster musste ich mich auf den Weg zum Flughafen machen. Wir nahmen an diesem extrem heißen Tag noch ein Alster in einem Cafe zu uns und das Team brachte mich zur Bahnstation. Vielen Dank für die schönen Tage. Am Abend machte sich Sabine auf den Weg, Stefan und Emanuele blieben noch einen Tag länger und konnten noch einen Abend in dieser tollen Stadt genießen.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass wir alle unvergessliche Tage verbracht haben, erfolgreich geschwommen sind und eine wunderschöne Metropole genießen durften. Vielen Dank.

Kai

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EuroGames Budapest 2012

Emanuele's Bild

Ein großes Lob an Dich, Kai.
Das hast Du ganz toll geschrieben, und ich kann mich dem ganzen auch nur anschließen.
Es war eine tolle Zeit mit Euch allen in Budapest, und es war sehr wichtig, daß wir dort waren.

Ein großes Lob auch an den Verein, der mit einer großzügigen Spende für den Veranstalter, der für die zusätzlichen Ausgaben die für die Sicherheit der Veranstaltung und für die Sportler nötig waren, dazu mit beiträgt, daß Sie nicht auf einem zu großen Minus sitzen bleiben.
Ich hoffe alle andere Vereine machen da mit.

Euer Emanuele

Schöner Bericht

Joachim's Bild

Sehr schöner Bericht.
Ich habe mir mal erlaubt, die Bildershow einfach in Deinen Bericht rein zu packen.

Leider gab es aber auch das Problem, dass die Organisatoren wegen der fehlenden Unterstützung durch die Stadt einige Miese gemacht hat.
Ein Spendenaufruf von den Isarhechten ist anbei und wer mag, kann ja ein paar Euros springen lassen. Ein direktes Überweisen nach Budapest kostet einiges an Bankgebühren, weil das kein Euro-Land ist, daher ist der Weg über die Isarhechte praktischer.

Lieben Gruß
Joachim